Mein Name ist Britta und ich bin im letzten Herbst 48 Jahre alt geworden. Ich hatte mir im vergangenen Frühjahr meine Schulter gebrochen und war den ganzen Sommer über dazu verdammt, auf meinen Sport wie Laufen und Schwimmen und mein geliebtes Beach-Volleyball am Stand im Urlaub zu verzichten. Mit einem Satz: Es fehlte mir die Bewegung. Es sei denn, man würde Krankengymnastik als Sport bezeichnen, was ich nicht tun würde. Wie auch immer: am Ende des Sommers wog ich 5 kg mehr als noch im Frühjahr und es musste dringend eine Diät her, und zwar eine möglichst effektive. Die überflüssigen 5 kg wollte ich so schnell wie möglich loswerden, da traf es sich genau richtig, dass ich in einer Zeitschrift von der Kohlsuppendiät las.
Die meisten Menschen reagieren bei dem Wort "Kohl" irgendwie abweisend, ich aber mochte Kohl ganz gerne und vor allem bin ich ein echter Suppen-Fan. Deshalb erschien mir die Diät wie für mich gemacht.
Den Versprechungen der Zeitschrift zufolge konnte man mit der Diät bis zu 7 kg in einer Woche abnehmen. Ich nahm mir also vor, die Diät eine Woche durchzuführen und zu sehen, was passiert. Am nächsten erledigte ich nach der Arbeit alle notwendigen Einkäufe, die aber fast vollständig beim Gemüsehändler erledigt werden konnten: Kohl, Zwiebeln, Möhren, Staudensellerie, Frühlingszwiebeln, Paprika, Dosentomaten. Allerdings darf man während der Kohlsuppendiät auch noch ein wenig anderes essen, nämlich (rohes) Gemüse und Obst. Erst zum Ende hin ist so etwas wie Reis erlaubt. Noch am Abend kochte ich die Suppe vor; 5 Liter Suppe sollten etwa für eine Woche reichen. Allerdings gab es keine wirkliche Mengenbeschränkung. Am nächsten Morgen war mir die Vorstellung, schon am frühen Morgen mit Kohlsuppe zu beginnen, irgendwie zuwider, so dass ich einen Apfel aß und mir meine Portion Suppe mit zur Arbeit nahm. Mittags freute ich mich umso mehr, als der Duft der Suppe aus der Mikrowelle strömte.
Die Suppe war wirklich lecker. Ich trank den Nachmittag über viel Wasser und Tee und am Abend war ich sehr hungrig und freute mich schon auf meine Suppe, die ich mit Genuss verzehrte. Drei Tage lang ging das so und ich merkte, dass meine Hose am Bund schon nicht mehr so spannte. Ab dem vierten Tag wurde mir die Kohlsuppe allerdings langsam zuwider.
Den Geruch konnte ich kaum noch ertragen. Ich wich immer mehr auf Obst und rohes Gemüse aus und wurde immer schlapper und schaffte es inzwischen auch nicht mehr, meinem Sport nachzugehen. Am darauf folgenden Tag brach ich die Diät ab und entsorgte mit großem Widerwillen die Reste der Suppen-Wochenration.
Mein Resümee nach 5 Tagen Kohlsuppendiät: 3,5 kg waren zunächst runter, zum Sport musste ich mich richtig gehend aufraffen und hatte kaum noch Kraft und 10 Tage nach der Diät waren 2,5 der 3,5 kg wieder auf den Hüften.
Und obwohl die Diät Monate her ist, mag ich immer noch keinen Kohl riechen oder essen. Also aus meiner Sicht: nicht empfehlenswert, außer vielleicht für 1-2 Tage.